Drive

Täglich im Schnitt zwei Stunden mit den Öffis unterwegs. Ich liebe die Öffis in Wien. Beobachten kann man fast alles, wie die Donau, die am Fenster vorbeizieht oder den Musikanten mit seiner Ziehharmoniker. Den Business Typ neben dem Junkie und Familien in allen möglichen Konstellationen. Schöne, schirche, dicke, dünne, große oder kleine Leute, die verloren aus dem Fenster schauen oder konzentriert in ihre Smartphones gaffen, während sie fleißig am Bildschirm tippen und wischen. Es gibt aber auch jene, die wie ich, ständig den Blick von A nach B schweifen lassen und das Treiben um sich herum begreifen wollen. Masken tragen sowieso nicht mehr alle, ich gehöre dazu. Wir sind müde von den Vorschriften, müde von der schlechten Luft, die sich in den Masken anstaut. Müde davon, keine Mimik mehr im Gesicht des Gegenübers ablesen zu können. Die Masken versperren uns die Sicht. Ich möchte am Liebsten laut mitsingen, denn ich höre gerade Jack Johnson – Shot Reverse Shot durch meine neuen Bluetooth Kopfhörer. Aber ich trau mich nur lautlos mitsingen, während meine Lippen dem Beat der Musik folgen. Von Rennbahnweg bis Nestroyplatz gehen sich also so viele Wörter aus.

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