Wie kann sich die Kultur wieder einen Platz in den Herzen der Menschen zurückerobern? Dieser Frage gingen Studierende der Universität Wien am 20.6.2024 am Institut für Publizistik nach. Grundlage für die Diskussion bildete das aktuelle Buch „Empowerment Kultur“ von Fabian Burstein.
Wien ist eine der kulturell bedeutendsten Städte weltweit. 2022 zählte die Stadt Wien rund 13 Millionen Übernachtungen. Zu den meistbesuchten Kulturstätten in Wien zählen das Kunsthistorische Museum, die Albertina und die Wiener Staatsoper. Doch welches Angebot findet man abseits dieser großen Kulturinstitutionen in Wien? Und wie kann man das Kulturangebot in Wien verbessern?
Diesen Fragen gingen Studierende der Publizistik an der Uni Wien nach. In einer Gruppendiskussion mit 38 Teilnehmenden zwischen 19-63 Jahren analysierten die Studierenden das Kulturangebot Wiens und das aktuelle Buch „Empowerment Kultur“ von Fabian Burstein.
Kultur in Wien
Die Gruppendiskussion startete mit einer Einführung durch die Organisator*innen. Zunächst tauschten die Teilnehmer*innen ihre jüngsten Erlebnisse in Bezug auf Kulturveranstaltungen aus. Eine Teilnehmerin etwa berichtete von ihrem Besuch eines Musicals im Ronacher und eines Schauspiels im Burgtheater, während ein Studierender seine Begeisterung für die vielfältigen kulturellen Angebote Wiens zum Ausdruck brachte und betonte, dass Kultur mehr als nur Theater und Museen im ersten Bezirk sei. Zwei weitere Studierende wiesen auf die mangelnde Zeit und die begrenzten finanziellen Möglichkeiten vieler Menschen hin, Kultur zu konsumieren, und hoben die Notwendigkeit hervor, die vorhandenen Unterstützungsprogramme besser zu bewerben.




Ein zentrales Thema der Diskussion war die Zugänglichkeit von Kulturangeboten. Die Bedeutung von Programmen wie dem Kulturpass, der finanzschwachen Menschen den Zugang zu Kultur ermöglicht, jedoch oft nicht ausreichend beworben wird. Eine Studierende schlug vor, dass die Stadt Wien mehr Anstrengungen unternehmen sollte, um Informationen über solche Angebote breiter zu streuen, zum Beispiel durch ein zentrales Kulturmagazin, das auch kleinere Theater und Veranstaltungen außerhalb des Stadtzentrums einschließt.
Im zweiten Teil der Diskussion wurde anhand von fünf exemplarischen Handlungsfelder die Relevanz von Kulturpolitik erörtert. Die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass die Formulierungen schwer verständlich und wenig motivierend waren – sie argumentierten für mehr Klarheit im kulturpolitischen Diskurs.
„Kultur regt zum Handeln an“
Zum Abschluss wurde die Frage diskutiert, inwieweit Kultur politisch sein sollte. Die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass Kultur und Politik oft untrennbar miteinander verbunden sind, da viele Künstler*innen ihre Plattform nutzen, um politische Statements zu setzen. Dennoch betonten einige, dass es auch Räume geben sollte, die frei von politischem Diskurs sind, um die Vielfalt der kulturellen Erfahrungen zu bewahren.
Die Gruppendiskussion an der Universität Wien zeigte deutlich die verschiedenen Herausforderungen und Möglichkeiten auf, die sich aus dem Zusammenspiel von Kultur und Politik ergeben. Sie unterstrich die Wichtigkeit der Kultur für die Gemeinschaft und regte dazu an, über neue Wege nachzudenken, um Kulturangebote zugänglicher und inklusiver zu gestalten.
Kultur solle laut den Teilnehmenden der Gruppendiskussion nicht nur Individuen ansprechen, sondern sich großen Gruppen anbieten. Kulturvermittlung könne auch durch die Einbeziehung moderner Medien und popkultureller Referenzen stattfinden. Ein weiterer wichtiger Punkt, den die Teilnehmenden ansprachen, waren die Themen Inklusion und Repräsentation in der Kulturszene sowie die Förderung und Unterstützung von Kulturangeboten abseits des Mainstreams.
Was braucht Kultur, um in Zeiten von Shitstorms zu überstehen? Dieser Frage geht Fabian Burstein in seinem aktuellen Buch „Empowerment Kultur“ nach.
Hier findest du weitere Infos über den Autor und sein Buch:
https://www.fabianburstein.com/
Foto Credits: Gerhard Fibi
Text: Hannah Richlik



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