Suchttherapie und Alltagsphilosophie
Der Therapeut hat gesprochen:
Koksen und Harntest verträgt sich besser!
Mein Suchttherapeut – gemeint war‘s eh ned so
„Kokain ist schnell aus dem Urin draußen, Cannabis bleibt länger drin — also da müssen’s aufpassen.“
Der Moment
In der Therapie gibt es Momente, die einen wirklich verändern. Durchbrüche. Erkenntnisse. Und dann gibt es den Moment, in dem dein Suchttherapeut dir erklärt, welche Droge bei der nächsten Urinprobe schon raus ist — und welche nicht. Bestimmt nicht so gemeint. Trotzdem gesagt.
Also wenn ich das richtig verstehe: Cannabis: Harntest positiv. Kokain: Harntest negativ. Das eigentliche Ziel: Nüchternheit. Nicht: Optimierung. Die Ironie: Er hat vollkommen recht.
Die Biochemie
THC-Metaboliten hängen sich ans Fettgewebe, bleiben wochenlang nachweisbar — auch wenn man nur einmal im Monat kifft. Kokain ist je nach Konsummenge und Karma in zwei bis vier Tagen draußen. Das ist keine Meinung. Das ist Biochemie.
Das System
Das System ist das System. Pissen gehen, Kästchen ankreuzen, Ergebnis abwarten. Aber irgendwann zwischen dem dritten abstinenten Monat und dem einen Harntest-Termin pro Monat hört mein eigentliches Ziel — nüchtern sein — auf, im Mittelpunkt zu stehen. Plötzlich ist „Compliance“ wichtiger.
Der Witz?
Nochmal für das Protokoll: Nicht kiffen. Lieber koksen. Erhöht statistisch die Chancen auf einen negativen Harntest, vorausgesetzt du schaffst es, wenigstens ein paar Tage nüchtern zu bleiben. Gut, das hab jetzt ich gesagt.
Man muss manchmal lachen. Weil das Weinen zu lang dauert — und vermutlich auch im Urin nachweisbar wäre.
Marie Kuso




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